Kooperation mit der Schule zur Erziehungshilfe „Der Puckenhof“ e.V.

Seit dem Schuljahr 2006/2007 kooperieren Klassen der Adalbert-Stifter-Grundschule mit der Grundschulstufe des „Puckenhof“.

Unsere Kooperationsschule ist ein privates, staatlich anerkanntes Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt der sozial-emotionalen Entwicklung.

Hier werden Schüler mit Defiziten im Bereich der sozialen und emotionalen Entwicklung auf der Grundlage des regulären Grund- bzw. Hauptschullehrplans beschult. Ziel der Maßnahme ist dabei stets die Rückführung in die Regelschule.

Als Teil des Evang. Jungendhilfeverbundes „Der Puckenhof“ e.V. befindet sich das Schulgebäude in Buckenhof und damit in direkter Wohnortnähe vieler unserer Schüler.

Damit ist die Schule zur Erziehungshilfe „Der Puckenhof“ zwar in unserem Schulsprengel angesiedelt, hat aber komplett andere Rahmenbedingungen.

Folgende Betreuungsmöglichkeiten bestehen für die Kinder, die dort beschult werden:

  • Besuch der angeschlossenen Tagesstätte
  • Besuch der stationären Gruppen (Wohngruppen für durchgängige Betreuung
  • Betreuung von Montag bis Freitag (5-Tagesgruppe).

Dass wir gerade mit dieser Schule zusammenarbeiten, ist neben der räumlichen Nähe des Schulstandortes auch der Tatsache zu verdanken, dass Lehrkräfte beider Schulen schon vor dem offiziellen Beginn der Kooperation sowohl im Rahmen von verschiedenen Fortbildungen und Seminaren, als auch im persönlichen Gespräch über allgemeine Erziehungstheorien kommunizierten.

Dementsprechend stand auch am Anfang ein unkonventioneller und inoffizieller Austausch einzelner Lehrkräfte über die Probleme und Schwerpunkte beider Schulen. Schnell entstand aus dieser besonderen Konstellation die Idee, die schon praktizierte Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Lehrern offiziell zu einer Kooperation auszubauen. Der Nutzen für beide Schulen stellte sich schnell und wie selbstverständlich ein. So können Schüler des Puckenhofs inzwischen völlig unkompliziert und ohne großen organisatorischen Aufwand (oft genügt ein Telefonat) unsere Grundschule im Rahmen eines mehrtägigen Schnupperunterrichts besuchen. Damit haben sie die Möglichkeit, relativ angstfrei in einem größeren Klassenverband den Unterricht an einer Regelschule zu erleben. Schrittweise kann so der Wechsel auf die Regelschule vorbereitet werden.

Lehrer ziehen ihren Nutzen, egal ob aufgrund von kollegialer Fallberatung, Methodendiskussion oder sonstigem Austausch bei erziehlichen Problemen.

Abhängig von den organisatorischen und inneren Gegebenheiten findet im Rahmen gemeinsamer Unternehmungen ein ungezwungenes Kennenlernen statt. Sportveranstaltungen (Orientierungslauf, Bundesjugendspiele) werden gemeinsam organisiert und durchgeführt, zu besonderen Anlässen (z.B. Fasching, Weihnachten, Sommerfest) finden gegenseitige Besuche statt, man unternimmt zusammen Unterrichtsgänge (Theaterbesuch, Besuch des Rechenzentrums), organisiert und lädt ein zu besonderen Veranstaltungen (Themenabende für die Eltern, schulhausinternen Fortbildungen).

Davon profitieren beide Seiten: Noch immer vorhandene Voreingenommenheiten gegenüber den Puckenhofer Schülern können abgebaut werden, unsere Schüler lernen den Umgang mit Kindern, deren Verhalten nicht immer der Norm entspricht.

Und genau das ist – insbesondere in der heutigen Zeit – unsere Aufgabe: Jeden Menschen in seiner Individualität zu schätzen und zu akzeptieren. Wir hoffen, dass wir im Rahmen dieser Kooperation einen kleinen Beitrag dazu leisten können.

A. Ritter, St. Stadtmüller